Jahresabschluss

Abschnitt 7: Kapitalflussrechnung

Zweck

Die Kapitalflussrechnung stellt Informationen über die Veränderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente eines Unternehmens bereit. Dabei sind die Veränderungen aus der

  • betrieblichen Tätigkeit,
  • der Investitionstätigkeit- und
  • der Finanzierungstätigkeit

innerhalb der Periode gesondert darzustellen. Eine Finanzonvestition gehört regelmäßig nur dann zu den Zahlungsmitteläquivalenten, wenn sie vom Erwerbszeitpunkt an gerechnet eine Restlaufzeit von nicht mehr als etwa drei Monaten besitzt.

Betriebliche Tätigkeit

Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit stammen in erster Linie aus der erlöswirksamen Tätigkeit des Unternehmens. Daher resultieren sie im Allgemeinen aus erfolgswirsamen Geschäftsvorfällen.

Beispiele für Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit sind:

  • Zahlungseingänge aus dem Verkauf von Gütern und der Erbringung von Dienstleistungen
  • Zahlungseingänge aus Nutzungsentgelten, Honoraren, Provisionen und anderen Erlösen
  • Auszahlungen an Lieferanten von Gütern und Dienstleistungen
  • Auszahlungen an und für Beschäftigte

Ein Unternehmen hat Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit wahlweise in einer der beiden folgenden Formen darzustellen:

  • direkte Methode. Hier werden die Bruttoeinzahlungen und Bruttoauszahlungen angegeben

oder

  • indirekte Methode. Hier wird der Jahresüberschuss um Bestandsveränderungen bei den Vorräten und den Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, zahlungsunwirksame Posten, (z.B. Abschreibungen, Rückstellungen, latente Steuern, unrealisierte Fremdwährungsgewinne und -verluste, nicht ausgeschüttete Gewinne von assoziierten Unternehmen und Minderheitsanteile bereinigt.

Investitionstätigkeit

Cashflows aus der Investitionstätigkeit sind Aufwendungen, die für Vermögenswerte getätigt wurden, um künftige Erträge und Cashflows zu erwirtschaften.

Beispiele:

  • Auszahlungen und Einzahlungen für die Beschaffung von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und anderer langfristiger Vermögenswerte
  • Auszahlungen und Einzahlungen für den Erwerb von Eigenkapital- oder Schuldinstrumenten anderer Unternehmen und von Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen
  • Auszahlungen für Dritten gewährten Krediten und Darlehen bzw. Einzahlungen aus der Tilgung von Dritten gewährten Kredite und Darlehen

Finanzierungstätigkeit

Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit sind Auszahlungen an die Eigentümer bzw. Einzahlungen von den Eigentümern.

Beispiele

  • Einzahlungen aus der Ausgabe von Anteilen oder anderen Eigenkapitalinstrumenten
  • Auszahlungen an Eigentümer zum Erwerb oder Rückerwerb von eigenen Anteilen
  • Einzahlungen aus der Ausgabe von Fremdkapitaltiteln
  • Auszahlungen für die Rückzahlung von Ausleihungen

Darstellung der Cashflows aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit
Die Hauptgruppen der Bruttoeinzahlungen und Bruttoauszahlungen, die aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit entstehen, sind separat auszuweisen. Die Summe der Cashflows aus dem Erwerb und der Veräußerung von Tochterunternehmen oder sonstigen Geschäftseinheiten ist gesondert darzustellen und als betriebliche Tätigkeit zu klassifizieren.

Cashflows in Fremdwährung

Cashflows, die aus Geschäftsvorfällen in einer Fremdwährung entstehen, sind in der funktionalen Währung des Unternehmens zu erfassen, indem der Fremdwährungsbetrag mit dem zum Zahlungszeitpunkt gültigen Umrechnungskurs umgerechnet wird. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Fremdwährung, sind zum Stichtagskurs umzurechnen. Der unrealisierte Gewinn oder Verlust ist getrennt von den Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit auszuweisen.

Zinsen und Dividenden

Gezahlte Zinsen sowie erhaltene Zinsen und Dividenden können wahlweise als Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit klassifiziert oder als Cashflows aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit klassifiziert werden. Gezahlte Dividenden können wahlweise dem Finanzierungsbereich oder der betrieblichen Tätigkeit zugeordnet werden.

Nicht zahlungswirksame Transaktionen

Investitions- und Finanzierungsvorgänge, die nicht auszahlungswirksam sind, dürfen nicht in der Kapitalflussrechnung gezeigt werden. Diese Vorgänge sind an anderer Stelle im Abschluss anzugeben.
Beispiele:

  • der Erwerb von Vermögenswerten durch unmittelbare Übernahme entsprechender Schulden
  • der Erwerb eines Unternehmens gegen Ausgabe von Anteilen
  • die Umwandlung von Schulden in Eigenkapital