Jahresabschluss

Buchführung und Rechnungslegung

Unter Rechnungslegung versteht man die Berichterstattung eines Unternehmens über einen ergangenen Zeitraum und über zu erwartende Entwicklungen. Das Ziel der Rechnungslegung ist die Dokumentationund Gewinnermittlung. Adressaten der Rechnungslegung sind in erster Linie die Eigen- und Fremdkapitalgeber. Rechnungslegung umfasst die Bereiche Buchführung, Jahresabschluss, Lagebericht und Offenlegung. Die konkrete Ausgestaltung der Rechnungslegung ist von Größe, Rechtsform und Kapitalmarktorientierung des jeweiligen Unternehmens abhängig.

Die Zielsetzung der Rechnungslegung

  • Informationsfunktion: Die Informationsbedürfnisse der Adressaten sind Grundlage der Rechnungslegung. Die Eigenkapitalgeber entscheiden aufgrund dieser Informationen ihre weiteren Anlageentscheidungen. Fremdkapitalgeber beurteilen auf Basis dieser Informationen ihr weiteres Vorgehen bezüglich der Fremdkapitalvergabe. Weitere Adressaten sind Arbeitnehmer, Lieferanten und Kunden. Die Bestandteile der Rechnungslegung müssen für den Adressaten entscheidungsrelevante Informationen bieten. Informationen sind dann entscheidungsrelevant, wenn sie wesentlich sind d.h. die Kenntnis einer Information führt zu einer anderen Entscheidung als die Unkenntnis.
  • Ausschüttungsbemessungsfunktion: Darüber hinaus kann die Rechnungslegung auch die Basis für die auschüttungsfähigen Beträge bereitstellen. Dies gilt insbesondere für den handelsrechtlichen Jahresabschluss
  • Weiterlesen: Informationsfunktion und Ausschüttungsbemessungsfunktion

Buchführung

Die Buchführung ist ein Bestandteil der Rechnungslegung. Für Kaufleute sind die Rechnungslegungsvorschrifen des HGB maßgeblich. Nach § 238 HGB ist jeder Kaufmann verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen.

Jahresabschluss

Grundlage für den handelsrechtlichen Jahresabschluss bildet das dritte Buch des HGB. Es gilt für Einzelkaufleute, Personenhandelsgesellschaften und Kapitalgesellschaften. Darüber hinaus gilt es auch für Genossenschaften, Kreditinstitute, Versicherungen und Unternehmen nach dem Publizitätsgesetz, soweit für diese Unternehmen keine spezifischen Vorschriften bestehen.

Lagebericht

Für mittelgroße und große Kapitalgesellschaften im Sinne des § 267 HGB sowie für große und mittelgroße Personengesellschaften die keine natürliche Person als Vollhafer haben (Gesellschaften im Sinne des § 264a HGB) bildet der Lagebericht neben dem Jahresabschluss einen weiteren Bestandteil der Rechnungslegung. Kleine Kapitalgesellschaften brauchen keinen Lagebericht zu erstellen (§ 264 HGB).

Die konkrete Ausgestaltung der Rechnungslegung

Die konkrete Ausgestaltung der Rechnungslegung ist jeweils vom konkreten Einzelfall abhängig:

  • Art und Umfang des Geschäftsbetriebes: Kaufleute im Sinne des § 1 Abs. 1 HGB sind zur Rechnungslegung verpflichtet.
  • der Unternehmensgröße: für kleine und mittelgroße Kapitalgesellschaften bestehen Erleichterungen bei den Rechnungslegungsanforderungen
  • der Rechtsform: für Aktiengesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Genossenschaften gibt es neben dem HGB noch spezifische Spezialgesetze (lex specialis)
  • der Branche: für Finanzdienstleister und Versicherungen bestehen ebenfalls neben dem HGB weitere Spezialgesetze
  • Kapitalmarktorientierung: Für Gesellschaften, die einen organisierten Markt im Sinne des § 2 Abs. 5 des WpHG in Anspruch nehmen, gelten zusätzliche Rechnungslegungsvorschriften.

IAS Verordnung

Seit dem ersten Januar 2005 müssen Konzernabschlüsse von kapitalmarktorientierten Unternehmen, die ihren Sitz in der Europäischen Union haben, im Einklang mit den Rechnungslegungsanforderungen der IAS/IFRS erstellt werden.

Grundlage dafür bildet die sogenannte IAS Verordnung (Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002 betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards).

In § 315a HGB wird geregelt, welche Vorschriften des Zweiten bis Achten Titels des HGB in diesem Fall zur Anwendung kommen.

Institutionen zur Rechnungslegung

  • IASB: Der International Accounting Standards Board (IASB) entwickelt internationale Rechnungslegungsstandards.
  • Weiterlesen: IASB
  • DRSC: Das Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee ist die nationale Standardisierungsorganisation.
  • Weiterlesen: DRSC
  • EFRAG:Die European Financial Reporting Advisory Group untertützt die Europäische Kommission beim Endorsement Prozess der IFRS.
  • Weiterlesen: EFRAG
  • FASB: Das Financial Accounting Standards Board (FASB) entwickelt die nationalen Rechnungslegungsstandards für die Vereinigten Staaten.
  • Weiterlesen: FASB

Offenlegung

Die Rechnungslegung muss den Adressaten möglichst zeitnah offengelegt werden. Für Kapitalgesellschaften bestehen gesetzliche Fristen für die Offenlegung. Für deutsche Unternehmen, die nach den Regelungen des HGB offenlegungspflichtig sind, gelten die Vorschriften des § 325 ff HGB. Dabei gelten, abhängig von der Größe, unterschiedliche Offenlegungsfristen. Die Rechnungslegung (Jahresabschluss, ggf. Lagebericht) ist beim elektronischen Bundesanzeiger elektronisch einzureichen.

Prüfung der Rechnungslegung

  • Abschlussprüfung: Gemäß § 316 HGB ist für bestimmte Unternehmen eine gesetzliche Abschlussprüfung verpflichtend vorgesehen.
  • Weiterlesen: Abschlussprüfung
  • Prüfstelle: Die privatrechtlich organisierte Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) prüft im Rahmen des Enforcement die Rechnungslegung von Unternehmen, die am regulierten Markt in Deutschland gelistet sind.
  • Weiterlesen: Prüfung
  • BaFin: Daneben überwacht die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Rechnungslegung von Banken und Versicherungen.
  • Weiterlesen: Prüfung der Rechnungslegung

Rechnungslegung:

Hier wird dargestellt, welche Änderungen sich durch das Inkrafttreten des BilMoG in Vergleich zur vorherigen Rechtslage ergeben haben. Darüber hinaus werden noch Themen wie Risikomanagement, Unternehmergesellschaft, Formkaufmann, GoB, GOBS und GDPdU und das IASB kurz vorgestellt:

Weitere Informationen zur Rechnungslegung

  • Risikomanagement: Das Risikomanagementsystem ist das Instrument zur Bestimmung des optimalen Gleichgewichts zwischen den Ergebniszielen eines Unternehmens und den damit einhergehenden Risiken liegt. Das COSO ERM Modell stellt hierzu die theoretische Basis zur Verfügung.
  • Weiterlesen: Risikomanagement
  • GoB: Übersicht über die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung.
  • Weiterlesen: GoB
  • GoBS und GDPdU: Übersicht über die Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme und Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen.
  • Weiterlesen: GoBS und GDPdU
  • Unternehmergesellschaft
    Das Gesetz zur Modernisierung des GmbH Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG) ist am 1. November 2008 in Kraft getreten. Ziel dieser Reform war es, die Rechtsform der GmbH für den Mittelstand attraktiver zu machen. Insbesondere sollte die GmbH als Rechtsform im Vergleich zur englischen Rechtsform der Limited (Ltd.) vorteilhafter ausgestaltet werden.
  • Weiterlesen: Unternehmergesellschaft
  • XBRL:
    Die eXtensible Business Reporting Language ist der Standard für die Erstellung, Veröffentlichung und Auswertung von Finanzberichten, insbesondere von Jahresabschlüssen.
  • Weiterlesen: XBRL

Jahresabschluss:

Startseite Jahresabschluss:  Hier soll ein kompakter und praxisorientierter Überblick über die gesetzlichen Rechnungslegungsanforderungen einer im Sinne des § 267 Abs 1 HGB kleinen GmbH gegeben werden.

Dabei wird insbesondere auf die drei Bestandteile des Jahresabschluss

sowie auf die Offenlegungspflichten nach § 325 HGB eingegangen. Des weiteren steht zur Illustration ein Muster-Jahresabschluss in der Form zur Verfügung, wie ihn kleine GmbHs beim elektronischen Bundesanzeiger einzureichen haben.

IFRS-SME

Eine Zusammenfassung des Rechnungslegungsstandards für kleine und mittlere Unternehmen des International Accounting Standards Board (IASB) soll dabei helfen, einen Überblick über dieses Thema zu gewinnen. Dabei werden die folgenden Gebiete beschrieben: